Bordighera

Kurort der Belle Epoche

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Bordighera versprüht immer noch ein wenig aristokratischen Charme, auch wenn die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten gehörige Schrammen abbekommen hat. Die verkehrsreiche Hauptdurchgangsstraße Via Vittorio Emanuele bildet auch den geschäftigen Teil der Stadt, aber bei Leibe nicht den schönsten. Für den Durchfahrenden bleibt der Charme des Nobelortes der Belle Epoche geradezu verborgen. 

Erst parallel nördlich der Durchgangsstraße reihen sich die glanzvollen Jugendstilvillen mit heute wieder meist tadellosen Fassaden und exotischen Vorgarten. Nach einem langen Niedergang, der Mitte der 1960er Jahre begann, erlebt Bordighera seit einigen Jahren wieder im Aufschwung. Villen werden renoviert, und auch das legendäre Grandhotel Angst, das jahrzehntelang dem Verfall überlassen war, wird nun wieder renoviert und als Apartmenthaus verkauft.

Nördlich des Hotel Angst auf einer Hügelkuppe steht eine der mondänsten Landhäuser Liguriens - eingerahmt von Zypressen. Es stand für 33 Mio. € zum Verkauf - und wurde verkauft. 

Die Gegend um Bordighera war vermutlich schon von ligurischen Stämmen besiedelt, auf alle Fälle aber von den Römern, worauf Grabfunde in der etwas bergseits verlaufenden Via Romana hindeuten. Deren Verlauf dürfte der ehemaligen Via Julia Augusta entsprechen.

Seine touristische Entdeckung verdankt Bordighera einem Liebesroman. Die 1855 in Edinburgh veröffentlichten Geschichte des "Dottore Antonio" von Giovanni Ruffini spielt größtenteils in Bordighera, damals einem kleinen bescheiden Fischerort. Daraufhin kamen vor allem britischen Urlaubsgäste. Die herrschaftlichen Gäste - wer konnte sich damals reisen schon leisten - bauten sich herrschaftliche Parkvillen. Den damals 2000 Einwohnern Bordigheras standen 3000 britische Dauergäste gegenüber. Der Anschluss ans Bahnnetz brachte 1872 zusätzliche Attraktivität. 

Das Klima an den Ausläufern der ligurischen Seealpen ist legendär, denn Bordighera wird nach Norden hin von einer Bergkette abgeschlossen. Gleiches gilt übrigens auch für Alassio, den anderen berühmten Badeort und das Val Prino das heute bei vielen Europäern besonders beliebt ist. Mit dem milden Klima geht in Bordighera eine besonders prächtige Pflanzenwelt einher. Deshalb sollte man vielleicht auch die "Giardini Monet", einem Park an der Via Romana streifen. 

Ebenfalls in der Via Romana liegt das Clarence Bicknell Museum

Schön ist übrigens auch die Altstadt. Unterhalb der Altstadt auf dem großen Parkplatz der Piazza Edmondo dei amicis sollte man auch parken. Zwischen Parkplatz und der Altstadt befinden sich auch zwei gewaltige exotische Bäume. Um was es sich handelt ist aber nicht ganz klar. Die einen meinen es seien feigenartige Bäume andere behaupten es seien magnolienartige. 

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Johanna Obermüller. Malerin & Bildhauerin

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