fewo-Verband diskreditiert sich - und Gastgeber von Ferienhäusern

Der Verband der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern e.V. hatte sich schon mit seiner Forderung nach einer frühen Öffnung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern an Ostern verrannt. Er ignoriert die pandemische Lage, die kurz vor einer dritten Welle, diesmal mit den gefährlicheren Mutationen, steht. Mit einer zu frühen Öffnung von Hotels und Ferienhäusern würde man die Pandemie wieder anheizen und diesmal auch die Menschen mittleren Alters gefährden. Insofern handelt etwa Italiens Regierung verantwortungsvoll, wenn sie das Land über Ostern zur roten Zone erklärt. Aber die Forderung des Verbandes nach Öffnung der Ferienhäuser in Deutschland ist deplatziert.

Nun aber kommt der Fewo-Verband mit seiner Pressemitteilung und einer Forderung nach Soforthilfe. Jede Ferienwohnung und jedes Ferienhaus solle einen Einmalbetrag in Höhe von 10.000 Euro von der Bundesregierung bereitgestellt bekommen, um Verluste aus Nichtvermietungen zu kompensieren. Soll nun wirklich auch jeder einen staatlichen Zuschuss bekommen?

Ferienhaus-Stammgäste hatten bereits in den letzten Tagen ihren Unmut über öffentliche Äußerungen des Verbandes der Ferienhausanbieter und seine Öffnungs- und Entschädigungsforderungen geäußert. Mit der Forderung nach 10.000 Euro Soforthilfe diskreditiert der neue Verband nicht nur nur sich selbst, sondern die Gastgeber von privaten Ferienwohnungen gleich mit. Sind Ferienhauseigentümer etwa renditefixierte Investoren? Genau dieses Bild wird aber vermittelt. Anbieter von privaten Ferienhäusern bieten das an, was ohnehin da ist und erhalten es. Wozu brauchen also dann eine Entschädigung? Einnahmen dienen dem Substanzerhalt oder tragen zur Deckung von Fixkosten bei. Durstzeiten müssen da drin sein und kommen immer wieder vor. Gewerblichen Unternehmern stehen staatliche Hilfen aber ohnehin schon zu. 

Alle Anderen gehen ein bewusstes privates Risiko ein, wenn sie ein Ferienhaus als Renditeobjekt kaufen wollen. Und womöglich bieten sie mit neu gebauten Ferienhäusern ohnehin keinen nachhaltigen Urlaub! Es ist geradezu so, als würde jemand Aktien kaufen und wenn ihr Wert sinkt, staatlichen Ersatz für die Verluste fordern - weil es gerade mal unrund läuft.

Vielmehr ist es doch so, dass zu viele Leute an Nord- und Ostsee am Markt vorbei und auf Kreditbasis in Ferienhäuser investiert haben und jetzt mit dem Rücken zur Wand stehen. Aber das ist eine strukturelle Krise. Sie wird nur jetzt durch die Pandemie aufgedeckt. 

Der neue Verband der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern e.V. ist auf dem besten Weg sich zu zerlegen - leider. Mit dieser PR-Aktion erfolgreich sein werden der Verband und sein Präsident Daniel Rousta ohnehin nicht. Solche Forderungen zerstören aber die Reputation von privaten Gastgebern.

23.03.2021: Die Politik hat sich von den irritierenden Forderungen des Verbandes der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern e.V. nicht aus dem Konzept bringen lassen und das einzig Richtige entschieden: Weiterhin keine touristischen Übernachtungen in privaten Ferienunterkünften und Hotels vorerst bis zum 18.04.2021. Die privaten Anbieter vorn Ferienhäusern sollten sich nicht den Schuh anziehen, wenn nicht Treiber, aber zumindest Begünstiger der pandemischen Entwicklung zu sein. Der Verband sollte vielmehr darauf dringen, dass der touristische Reiseverkehr bis Anfang Mai in ganz Europa möglichst gering ist. Jeder Tag hilft, gleichzeitig bei den Impfungen weiterzukommen. Eine Öffnung mitten in der dritten Pandemiewelle wäre unverantwortlich. Und ob der Mallorca Urlaub an Ostern 2021 wirklich so toll wird, das wage ich zu bezweifeln. Gewaltigen Ärger wird die angekündigte Öffnung den Betreibern von Hotels und Ferienhäusern bereiten. 

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Kommentare: 13
  • #1

    Klaus (Mittwoch, 17 März 2021 17:45)

    Die Forderung dieses Verbandes ist schlicht irre.

  • #2

    Klaus (Mittwoch, 17 März 2021 17:53)

    Ach ja, man sollte sich auch die Satzung dieses Verbandes zu Gemüte führen. Es wird unterschieden in Mitglieder, die nur zahlen dürfen und Mitglieder die auch etwas sagen dürfen......und vielleicht etwas bezahlt bekommen. ;-) Politikprofis richten sich ein. ;-)))))

  • #3

    Barbara (Mittwoch, 17 März 2021 19:52)

    Solche Forderungen sind peinlich. 10000 €!!!!!!! Der Staat soll es wohl überall richten.

  • #4

    Anette Lang (Mittwoch, 17 März 2021 21:04)

    Ist doch gut. Dann zahlen wir das nächste mal nur die Hälfte miete - die andere Hälfte der Staat. ;-)

  • #5

    S.L. (Mittwoch, 17 März 2021 21:41)

    Gut, dass sich Dr. Obermüller dagegen positioniert. Eine lächerliche Forderung. Die wenigsten Gastgeber werden im Jahr mehr als 5000,00 € Umsatz erwirtschaften.

  • #6

    Wolfgang (Montag, 22 März 2021 22:32)

    Man will sich als Präsident halt profilieren - wider besseres Wissen. Und ja an der Ostsee könnte der Kollaps bei den Ferienhäusern kommen. Da geht es vielen schlecht. Aber nicht wegen der Pandemie.

  • #7

    Manuela (Mittwoch, 07 April 2021 12:03)

    Das was Herr Dr. Obermüller hier schreibt, verzerrt die Tatsachen und trifft keinesfalls auf alle zu die über VuV vermieten.
    Ich habe zwei Wohnungen angemietet, es ist mein Haupteinkommen und ich vermiete nicht wegen steuerlicher Vorteile privat.
    Ich habe seit 9 Monaten KEIN Einkommen, bekomme keine Hilfen und kann noch nicht mal einen Antrag stellen ! Ich lebe vom Verkauf von Erbstücken, gehe putzen trotzt massiver Arthrose und suche seit einem Jahr einen Job, was in einer fast rein touristischen Region und mit 57 fast unmöglich ist.
    Ich habe die FeWos seit 8/2019, da ich aus gesundheitlichen Gründen mein Cafe aufgeben musste. Ich kann davon leben, wenn ich vermieten darf.
    Nicht jeder der über VuV vermietet, verwaltet nur sein Vermögen und macht das nur zur Kostendeckung einer Immobilie.
    Es gibt sehr viele Menschen die existenziell auf diese Einkünfte angewiesen sind, davon leben, ihre Rente aufstocken etc. Dazu hängen auch noch Agenturen mit dran, Putzhilfen und die Infrastruktur vor Ort ( Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister).
    Auch ich lebe in einer Region die stark vom Tourismus abhängig ist ( Mittelrheintal) und in der es viele private Vermieter gibt, die ein wichtiges Glied in der Beherbergung sind.
    Keiner von uns will sich bereichern, wir wollen nur unsere Lebensgrundlage sichern und was wir aufgebaut haben.
    Der FeWo Verband leistet hervorragende Arbeit, niemand wird da für irgendetwas bezahlt und Herr Dr. Obermüller unterstellt hier, aus welchen Gründen auch immer, Dinge die absolut nicht stimmen.
    Bereichert haben sich an den Coronohilfen ganz andere, in Milliardenhöhe wurde betrogen. Die wirklich existenziell Betroffenen bekommen oft zuwenig oder gar nichts.
    Liebe Gäste fragt nach bei euren Stammvermietern, eurem Lieblinsgrestaurant, eurem Einzelhändler , wie die Situation wirklich ist !
    Der Artikel hier ist reine Polemik und Stimmungsmache ohne de Fakten zu kennen.

  • #8

    #8 (Mittwoch, 07 April 2021 12:46)

    Genau das!! Thumbsup.

  • #9

    Carsten (Mittwoch, 07 April 2021 13:39)

    Über den Verband kann man sicher geteilter Meinung sein. Allerdings schein der Verfasser des Artikels intellektuell damit überfordert zu sein die Sachlage zu erfassen. Die Motivation sowas zu schreiben kann nur Neid oder Schadenfreude sein.

  • #10

    Jens Roloff (Mittwoch, 07 April 2021 13:53)

    Der Vergleich mit Aktien ist nicht nur falsch sondern auch dumm. Für viele Anbieter von Ferienwohnungen und Häusern ist es die Altersvorsorge deren Einnahmen voll versteuert werden. Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Tourismusabgaben usw.
    Die derzeitige Situation gleicht einem Berufsverbot und die gewerbliche Anmeldung der Vermietung ist mit hohen Hürden verbunden.
    Zur Nutzung der Ferienwohnungen in der Pandemie sei gesagt das dadurch automatisch die sozialen Kontakte der Nutzer eingeschränkt werden und es vielleicht sogar Sinn machen würden Ballungsräume zu entlasten.
    Einfach mal über den Tellerrand hinaus schauen

  • #11

    Michael Zenker (Mittwoch, 07 April 2021 14:17)

    Der Schreiber dieses "Artikels" geht wohl von sich aus und hat keinerlei Kenntnisse von der Materie und es wäre interessant, wie viel Hilfe er schon kassiert hat. So ein unfundiertes und weltfremdes Geschreibsel habe ich noch nie gelesen. Macht das der billige italienische Rotwein?

  • #12

    Stephan (Dienstag, 13 April 2021 07:52)

    Lieber Verfasser! „Denn Sie wissen nicht was Sie tun!“ bei allem Respekt! Was Sie da schreiben ist an Unwissenheit nicht zu überbieten! Aber vielleicht geht es Ihnen gar nicht um das Thema, sondern ausschließlich darum eine konstruierte Kritik an einen unliebsamen Konkurrenten-Verband zu verfassen! Und das auf den Knochen von uns Vermietern! Mit meiner Frau gemeinsamen haben wir in den vergangenen Jahren 2 Ferienhäuser an der Dt. Nordseeküste gekauft! Nicht mit prall gefüllten Geldkoffern! So wie der Großteil aller Deutschen Immobilien kauft - durch Finanzierung! Wir vermieten gewerblich, die Mieteinnahmen tragen die Häuser und lassen Spielraum für Investitionen - dafür zahlen wir Steuern (!) nicht mehr und nicht weniger! Für den Haupterwerb reicht die Einnahme bei weitem nicht! Dies ist aber eine Grundvoraussetzung zur Förderung!!! Nach Schätzungen stehen bundesweit so 150.000 Vermieter mit ihren Kosten alleine da! Wenn ich persönliches Missmanagement betreibe und pleite gehen, dann ist das selbstverständlich mein Problem! Wenn mir die Vermietung vom Staat aber verboten wird, kann es nicht sein, dass es dafür keine Ersatzleistung gibt! Das ist eine bodenlose Unverschämtheit!

  • #13

    fraenki (Donnerstag, 27 Mai 2021 17:03)

    Mutmasslich sieht hier jemand seine Felle wegschwimmen. Klar - wenn man in Italien in Ferienhäuser investiert, mag die Tatsache, dass die Deutschen den Urlaub im eigenen Land wiederentdecken, verstörend wirken. Allerdings kann das nicht als Entschuldigung für Unwissenheit herhalten. Hier in deutschland wurde quasi ein Berufsverbot erlassen. Es wurde nämlich den Eigentümern von Feriendomizilen verboten, an Feriengäste zu vermieten. Man mag sich darüber streiten, ob eine Entschädigung gerechtfertigt wäre, hätte es ein Reiseverbot gegeben. Dies war aber bekanntlich nicht der Fall. Deshalb wäre eine Entschädigung nur allzu berechtigt. Erfolgt diese nicht, so käme dies einer Enteignung gleich. Völlig unbegreiflich ist der Vergleich der Vermietertätigkeit mit der Aktienspekulation. Bekanntlich hat das Vermietungsgeschäft rein gar nichts mit Spekulation zu tun. Selbst wenn dem so wäre: Wann bitte wurde bis heute irgendein Aktiengeschäft aufgrund der Pandemie verboten? Wir sprechen also nicht von einem selbstverschuldeten wirtschaftlichen Misserfolg, sondern von einer Enteignungsmaßnahme, die selbstverständlich gem GG. zu entschädigen ist.

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