Wie Sauwetter das Leben beeinflusst - der Weg nach Ligurien (AO)

Regensburg, Herbst 1972. Es ist neblig. Mein Vater liest meiner Mutter Immobilienanzeigen der FAZ Samstagsausgabe vor: Haciendas in Argentinien, Farmen in Namibia, Landsitze in Schottland und Landhäuser in Ligurien. Ligurien? Ein afrikanischer Staat? Der Blick ins Register des Weltatlas und dann auf die Karte Italiens eröffnete - Ligurien war von Bayern gar nicht so weit entfernt. 

Über Weihnachten fuhren meine Eltern Johanna und Albert Obermüller mit dem Zug nach Imperia. Mein Vater war mit einem Vorschlaghammer bewaffnet. Der schien ihm ideal, um Mauerwerk auf Festigkeit zu testen. Ein Engländer, der sich erst kurz vorher als Makler in Imperia niedergelassen hatte, führte meine Eltern durch das Hinterland von Imperia und zeigte ihnen etwa 35 leer stehende ligurische Rustici. Es waren ausgestorbene Orte, in denen man nur selten Bewohner sah. Ausländer gab es keine. Mein Vater fokussierte sich auf ein Objekt in Dolcedo - Ripalta, das ihm besonders solide und von der Bausubstanz interessant erschien. 

die Haushülse des heutigen Hauses de Sonnaz I Anfang 1973
die Haushülse des heutigen Hauses de Sonnaz I Anfang 1973

Bei gleißenden Dezemberlicht und tiefblauen Meer milden Temperaturen um die 20° schlenderten meine Eltern die lange Hafenmole von Imperia - Porto Maurizio hinaus und mein Vater erklärte, es sei doch eine absolute Schnapsidee hier in Ligurien 860 km von der Heimat entfernt, bei überschaubarer Infrastruktur eine Haushülse zu erwerben, wo man doch gerade zu Hause ein Haus gebaut hatte.

Nach dem Kurzurlaub an der Riviera kehrten meine Eltern zurück nach Regensburg und entstiegen dem Zug bei 1°C und einem Gemisch aus Schnee und Nieselregen. Der erste Weg führte sie nicht wie vorgesehen zum Bus, sondern zur nächsten Telefonzelle am Bahnhof, kramten ausreichend Münzen zusammen und sagten dem englischen Makler für das Haus in Dolcedo - Ripalta zu - das heutige Haus de Sonnaz I

Als sechsjähriger konnte ich mit der Kaufentscheidung relativ wenig anfangen, als ich allerdings das erste Mal das Haus besichtigte war ich entsetzt. Die Erinnerung an den Ursprungszustand ist nach wie vor sehr präsent. Welche Nachhaltigkeit über Generationen und den gesamten Familienclan die Entscheidung meiner Eltern am Bahnhof von Regensburg hatte, war ihnen sicherlich zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. 

Zunächst machten zwar Bauarbeiter, die grundlegenden Arbeiten. Bei unseren Besuchen übernachteten wir zunächst auf einem Campingplatz. Über Jahrzehnte war mein Vater immer wieder mit größeren und kleineren Bauarbeiten und Reparaturen beschäftigt. Ich selbst machte bis 2011 im Haus eigentlich nur Urlaub oder war zwangsweise Handlanger.  

Im Laufe der Jahre wuchs das Anwesen. Ende der 70er Jahre kam ein privater Durchgang zum neu erbauten Parkplatz hinzu, 1984 eine angrenzende Wohnung, 1988 ein kleines Haus südlich vom Haupthaus gelegen. 

2011 hatte mein Vater genug. Ich solle mit dem Anwesen machen was ich wolle. Einen Verkauf erwog ich zwar, aber Ripalta ist ein Teil meines Lebens mit vielen sehr positiven Erinnerungen. Daher entschloss ich mich des Anwesen ab 2012 wieder grundlegend zu sanieren, zu kultivieren und gezieht zu erweitern. 2012 folgte ein neuer Raum zum Haupthaus und 2016 eine weitere Cantina und ein Grundstück an der Ostflanke Ripaltas. 

Gemeinsam mit zwei weiteren Nachbarn, die ebenfalls 1973 Häuser in Ripalta kauften gehören wir heute zu den Ausländern, die seit der Entdeckungsphase Anfang der 1970er bis heute durchgängig für die Gegend engagieren. 

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