Valle Argentina

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Das Valle Argentinia ist ein äußerst lohnenswerter Abstecher ins Hinterland der Riviera die Ponente und bietet landschaftliche Höhepunkte und sehr interessante ursprüngliche Bergdörfer, wie Badalucco, Montalto Ligure oder Triora. Das Valle Argentina ist eines der längsten Nord-Süd-Täler des westlichen Ligurien (ca. 42 km). Die Berge sind hoch und das Tal, insbesondere der vordere Teil schmal. Zum Meer hin auf der Höhe von Taggia weitet es sich und ist eine der größten zusammenhängenen Ebenen Liguriens. Fährt man mit dem Rad ins Valle Argentina ein, so bläst morgens zumeist ein heftiger Wind Richtung Küste. Das enge Unter-Tal bildet eine Düse vor der Öffnung zum Meer hin.  

Ihr Ferienhaus im Nachbartal des Valle Argentina

Das Valle Argentina sollte man möglichst auf der alten Straße befahren. Sie ist verkehrsarm und man hat Zeit sich umzusehen. Die Gumpen des Flusses sind phantastisch. 

Unbedingt sollten Sie zum Abschluss den Passo della Teglia überqueren. Er führt sie direkt über die Berge zurück nach Dolcedo

Richtig lang interessant wird aber die Gegend im hinteren Valle Argentina nach Triora. Die Landschaft ändert sich signifikant, die Berge werden noch deutlich höher und schroffer. Den Abschluss des Val Argentina bildet der Monte Saccarello (2201 m), Liguriens höchster Berg und gleichzeitig Grenze zu Frankreich und dem Piemont. 

Taggia

Den Eingang des Valle Argentina bildet das Vorzeigestädtchen Taggia. Der mittelalterliche Ortskern dieser Stadt ist eine wahre Pracht aus Arkaden, Stützbögen, Treppengassen immer wieder kleinen Plätzen einem Castello vier vielen schmuckvollen Bürgerhäusern und natürlich etlichen Kirchen und Kapellen. Datscha hat einen geschilderten Rundgang ausgeschrieben der ab der Piazza ihre Reue beginnt. In Datscha sollte man unbedingt auf die reich verzierten Hauseingänge achten, die ein Beleg für damalige Bedeutung der Stadt sind. Die Kirche sandte Maria die Kanneton mit einem schlanken Glockenturm ist die älteste Kirche der Stadt.

Auf der Höhe von Taggia bietet die 290 m lange Multi-Bogenbrücke über das breite Mündungsgebiet des Argentina Fluss ein eindrucksvolles Bild. Sie ist samt der Kieselsteinpflasterung in einem erstaunlich guten Zustand. Eine Überschreitung der Brücke sollte eigentlich zum Pflichtteil eines Taggiaabesuchs gehören.

Am westlichen Ende der Stadt befindet sich der spätgotische Klosterkomplex der Dominikaner. Es wurde vom Christophero da Milano gegründet. Im Innern sind die Pfeilergewölbe und Fensterbögen der einschlägigen Kirche fast durchgehend schwarz-weiß gestreift, ein für Ligurien durchaus übliches Muster im Hochmittelalter. Manche erinnert es an eine orientalische Moschee. Bemerkenswert ist der berühmte Flügelaltar von Ludovico Brea mit der sogenannten Schutzmantel Madonna aus dem Jahr 1488. Die kirchlichen Würdenträger den ihr flüchtig zu Muttergottes auf. In der linken Seitenkapelle befindet sich ein weiteres Werk von Brea und seinem Bruder, ebenfalls ein unversehrt Flügelaltar von 1495. In den Wandnischen befinden sich weitere Tafelbilder und Fresken der Brea-Brüder sowie anderer sehr namhafter Zeitgenossen. Der Kreuzgang des Klosters ist durch schmale Rundsäulen gekennzeichnet, die Gewölbe mit Fresken reich verziert. Sie stellen die Lebensgeschichte des heiligen Dominikus dar. Das kleine Klostermuseum umfasst eine Gemäldesammlung. 

Seit 2009 gibt es im Kloster allerdings keine Mönche mehr seit 2012 wird es von einer ehrenamtlichen Stiftung getrieben, die den Aufenthalt von zwei Mönchen der Satellit Erlass Graf bei mir organisiert und finanziert.

Von Taggia aus hat sich übrigens der Olivenanbau auch in die Nachbartäler, insbesondere das Val Prino, welches klimatisch noch deutlich besser ist, ausgebreitet. Nach Taggia ist die berühmte typische kleine Taggiasca-Olive mit hohem Ölanteil benannt. Öl der Taggiasca-Olive wird von der Stadt Taggia, angeblich der Inhaberin der Rechte, zertifiziert.

Badalucco Bogenbrücke

Der erste größere Ort im Val Argentina ist Badalucco. Hierdurch fährt man unweigerlich. Bemerkenswert in Badalucco sind die beiden mittelalterlichen Brücken die über den Fluss führen. Südlich eine schmale Bogenbrücke auf deren mittleren Stützpfeiler die Kapelle sandte vier steht. Im Norden aber steht die eigentlich elegantere Brücke, mit einem großen hohen Rundbogen. Der Ort selbst bietet allerdings weniger reizvoll ist.

Triora

Das auf 765 m gelegene Triora gilt als Bergdorf der Hexen. Bis vor gut 400 Jahren gab es hier Hexenprozesse und Hexenverbrennungen.

Triora liegt am Ende des bei Taggia beginnenden Valle Argentina. Entweder steuert man mit dem Auto von da hier an oder man nimmt von Dolcedo-Ripalta den Weg über den Colle d'Oggia und den Passo della Teglia, eine ungemein reizvolle Anfahrt nach Triora. Vor allen Dingen eröffnet Ihnen dieser Weg das für den die meisten Touristen verschlossene Gebirge.

Die mittelalterliche Dorfanlage ist ein Labyrinth aus Plätzen und Gassen und unglaublichen Treppenkriegen zur Überwindung des Höhenunterschieds innerhalb des Orts. Triora war schon immer ein wichtiger Ort dies sieht man an der Gestaltung der Türrahmen aus schwarzem Schiefer. Oft finden Sie hier mit Gravuren verziert oder tragen die Wappen der Familie. Die Pfarrkirche Sancta Maria Assuan dar hat eine klassizistische Hauptfassade aus dem 19. Jahrhundert. Sie steht an der lichtdurchfluteten Hauptpiazza mit Loggia. Die Pflastersteine aus kleinen Kieselsteinen stellen ein Fabelwesen dar.

In den Kirchenarchiven wird die Inquisition Folter dokumentiert. Sie kostete zahlreichen Frauen und Mädchen des Ortes das Leben und ist bis heute das etwas makabere Aushängeschild von Trio. Es gibt ein Hexendenkmal, jährliche Hexenkongresse, Hexensouvenirs und ein Museum zur Hexengeschichte. Zu sehen sind hier bäuerliche Gerätschaften und die Originaldokumente eines Hexenprozesses von 1587 mit Nachbildungen der damaligen Folterinstrumente.

Heute übertreibt es Triora mit dem Hexenkult. Er gleitet ins offensichtlich kommerzielle, kitschige und geschmacklose ab.  

Hinteres Tal 

Ins hintere Tal kommt man von Triora aus. Die Fahrt lohnt sich allerdings nur bei Sonnenschein, dann aber wirklich. Man glaubt ans Ende der Welt zu kommen. Die kleinen auch den ändern sich signifikant und haben eigentlich nichts mehr mit Zunächst kommt man nach Loreto. Hier überspannt eine gewaltige Brücke in 119m Höhe das Tal und bildet gleichsam den Eingang zum Hintertal. Von der Brücke aus blickt man hinab in eine tiefe Schlucht, und einen Fluss mit glasklarem Wasser. Am liebsten würde man von hier aus direkt ins Wasser springen. Aber selbst an heißen Tagen dürfte der Fluss hier ziemlich kalt sein.

Realdo

Von der Fahrstraße erblickt man plötzlich einen Ort der geradezu auf einem riesigen Felsen klebt. Unmittelbar nach den letzten Häusern dürfte es geschätzte 200 m steil nach unten gehen. Erblickt man diesen Ort bekommt einen leichten Schauer. Man ist dann doch zu neugierig. Man glaubt in einer anderen Welt.

Realdo verfügt über einen Vergleichs weiße großen Parkplatz am Ende der Fahrstraße. Ziemlich verblüfft ist man was man gleich am Ortseingang auf eine sehr schicke Ware stößt, die deutlich aufwendiger eingerichtet ist als die Durchschnittsbar in Ligurien vorne an der Küste. Bringt man weiterhin den Ort hinein wird man einerseits an die alten verlassenen Orte erinnert sowie sie in den siebziger Jahren kurz hinter der Küste waren. Und die Architektur ist eine gänzlich andere. Die Häuser wirken deutlich einfacher, was aber wirklich auffällt sind die großen Holzbalkone nach Süden ausgerichtet die jedes Haus Übermaß besitzt. Nicht Gewölbe scheinen bei neu vermutlich sind sie in den kalten Wintern deutlich wärmer und angenehmer, aber auch deutlich einfacher in der Herstellung. Die Architektur erinnert hier an das Piemont. Bis dorthin sind es nur noch ein paar Kilometer allerdings durch Liguriens höchsten Berg, den Mund des Sacra Hello, der sich unmittelbar im Norden Realdos befindet.

So ausgestorben wie man zunächst vermutet ist Realdo allerdings nicht. Überall im Gassen findet man Menschen. Zumeist ältere. Erstaunlich ist aber, dass sich hier so weit im Hinterland etliche Franzosen niedergelassen haben, nun nach und nach die Häuser Realdos wohnlicher ausbauen.

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