Von Baustellen und Rücksichtslosigkeit von Hausverkäufern

Alte Häuser brauchen Pflege. Das gilt auch für die Häuser von Dolcedo-Ripalta. An den Häusern muss immer wieder gearbeitet, saniert werden. Insofern besteht innerhalb der Nachbarn ein großes Verständnis für alle Arten von Bauarbeiten. Gleichzeitig erfordern Baumaßnahmen aber auch gegenseitige Rücksichtnahme. Das bedeutet, dass größere planbare Bauarbeiten mit länger anhaltendem Lärm und Staubentwicklungen nur in der Zeit zwischen November und Ende März eines Jahres stattfinden, wenn sich in Ripalta fast ausschließlich Eigentümer aufhalten, die selbst Sanierungsmaßnahmen vornehmen. Man ist quasi "vereint in Lärm und Staub". Engel und Völkers, Ripalta di Dolcedo

Ab Ostern kommen Eigentümer und Gäste um Ruhe und Entspannung zu suchen. Gerade Gäste sind aber die Basis für den Erhalt der alten Substanz. Zahlende Feriengäste sorgen für nicht unerhebliche Steuereinnahmen, in Frühling, Sommer und Herbst für Beschäftigung in den Häusern, in den vielen Restaurants, Geschäften und Strandbädern. Und zur Winterzeit fließen erhebliche Summen wieder in Sanierungsmaßnahmen. 

Würde aber jeder Hauseigentümer in diesem ligurischen Borgo nach seinem belieben Baustellen im Frühling, Sommer und Frühherbst eröffnen, so hätte man ganzjährig eine Lärm- und Staubkulisse. Ein nicht hinzunehmender Umstand. 

Umso ärgerlicher ist es, wenn man zu Beginn der Pfingstferien und am Ende einer langen Pandemiezeit nach Ripalta kommt und feststellt, dass an einem - bei Engel & Völkers Imperia seit Jahren zum Verkauf stehenden - "Bauernhaus in Ripalta di Dolcedo" mitten im Ort eine "Großbaustelle" besteht, die für Lärm und Staub sorgt. Berechtigterweise gehen deshalb Feriengäste und Nachbarn auf die Barrikaden. Reaktion der Bauherren: "Pech gehabt. Nicht unsere Sache. Ihr hättet ja nicht kommen brauchen." 

 

Seit Jahren ist das betreffende Dach wohl mehr als nur marginal undicht. Zeit genug hätte man gehabt, um es im Winter zu erneuern. Nun aber will das Eigentümerpaar ihr "Bauernhaus" überstürzt und rücksichtslos gegenüber den Nachbarn zu einer reichlich unpassenden Zeit sanieren, um ihr Haus besser und vor allem zu einem höheren Preis doch noch verkaufen zu können. Vor Ort sind die Eigentümer aber nicht, sondern im heimatlichen Hamburg. Lärm und Staub überlassen sie den Anderen. Nach über 35 Jahren als Nachbarn ist es leider nicht die passende Art sich aus Ripalta zu verabschieden. Positiv dürfte sich das abschließende Treiben der Alteigentümer auf mögliche Nachfolger nicht abfärben. 

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Häuser in Ligurien

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Johanna Obermüller. Malerin & Bildhauerin

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