Covid19 und Klimawandel könnten den Tourismus zugunsten Liguriens verändern

Der Tourismus dürfte in den kommenden Jahren vor gravierenden Veränderungen stehen, die die bisherigen Trends auf den Kopf stellen. Die Klimakrise wird der langfristige Grund sein, die aktuelle Coronakrise aber der kurzfristige Auslöser dieses Veränderungsprozesses - möglicherweise mit nicht ganz ungünstigen Auswirkungen zugunsten des ligurischen Hinterlandes um Imperia und Dolcedo.  

Ökonomisch durchoptimierter Pauschal-Urlaub der dicht an dicht gedrängt im Flugzeug beginnt und als Ziel Hotelburgen, Ferienressorts und Kreuzfahrten hat, der dürfte - solange der Covid19-Erreger präsent ist - wegen geforderter Abstandsregeln  kaum mehr möglich sein. Preise werden in keinem Verhältnis mehr zur dann gebotenen Leistung stehen können. Denn Raum ist einer der entscheidenden Faktoren beim touristischen Massengeschäft - und preiswerte fossile Energie. Wie lange die aber bei einer zunehmenden CO2-Besteuerung noch so zu halten ist, ist fraglich. Die Manager der europäischen Fluggesellschaften erwarten deshalb einen langfristigen starken Rückgang der Flugreisen, insbesondere der touristischen Flugreisen.

Destinationen in Europa, die individuell mit dem privaten Pkw oder mit dem Zug bequem erreicht werden können, werden deshalb wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Die CO2-Bilanz eines weitgehend vollbesetzten privaten PKWs ist alle Mal besser, als die einer Flugreise und nahezu genauso gut wie die eines Zuges.

Richtig nachhaltig ist der Urlaub aber dann, wenn er bestehende Infrastruktur nutzt. Und das erfüllt der Urlaub im sanierten ligurischen Refugium deutlich besser als der Urlaub in neu gebauten Ferienressorts abseits bestehender Infrastruktur.

Die Ferienhäuser im Hinterland der Riviera di Ponente könnten deshalb eine neue Blütezeit erleben, weil sie zu den nächsten Zielen aus dem deutschsprachigen Sprachraum im Süden am Meer gehören und weil die gut ausgebauten jahrhundertealten bruchsteinernen ligurischen Häuser des Hinterlandes eben alle Anforderungen an einen nachhaltigen und umweltbewussten Urlaub erfüllen. Es werden alte Strukturen neu genutzt und nur sinnvoll neu ergänzt. und nicht neue Hotels aus Beton und Stahl aus dem Boden gestampft. Allenfalls wird bestehende Infrastruktur sinnvoll modern ergänzt. 

Die Bevölkerung vor Ort wird einbezogen. Die kleinteilige ligurische Wirtschaft profitiert und wird nicht ausgegrenzt wie die Nachbarschaft der Hotelburgen und Ferienanlagen, die man eigentlich nicht zu verlassen braucht. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Carsten Leuschner (Donnerstag, 01 Oktober 2020 07:44)

    Guten Morgen Herr Obermüller,
    können Sie mir sagen, wie sich die Lage bzgl. Covid-19 in und um Imperia entwickelt?
    Die Schweiz hat komplett Ligurien zum Risikogebiet erklärt, obwohl es sich lediglich um einen Schwerpunkt in LaSpezia handelt......
    Sind auch dort die Zahlen rückläufig?
    Besteht die Gefahr, dass auch Deutschland die Region zum Risikogebiet erklärt, möchte nämlich gern meinen Urlaub vom 11.-20.10. antreten.

    Grüße aus Süd-NDS
    Carsten

  • #2

    Albrecht Obermüller (Donnerstag, 01 Oktober 2020 07:58)

    Ligurien bewegt sich seit 2 Wochen konstant bei 40/100000/7 Tage. Die Wahrscheinlichkeit, dass für Ligurien von deutscher Seite eine Reisewarnung ausgesprochen wird, ist wohl gering.

  • #3

    Jürgen Krämer (Donnerstag, 19 November 2020 10:50)

    "Der Tourismus dürfte in den kommenden Jahren vor gravierenden Veränderungen stehen, die die bisherigen Trends auf den Kopf stellen. Die Klimakrise wird der langfristige Grund sein, die aktuelle Coronakrise aber der kurzfristige Auslöser dieses Veränderungsprozesses - möglicherweise mit nicht ganz ungünstigen Auswirkungen zugunsten des ligurischen Hinterlandes um Imperia und Dolcedo" - und gerne auch im zum Glück noch etwas beschaulicheren Westen; wie wir zustimmend fest hoffen wollen. Momentan (19.11.20) ist Ligurien orangene Zone in Italien, es kann also weiterhin frei ein- und ausgereist werden. Wie aber steht es um den Piemont, die Lombardei und auch Aosta, die als rote Zonen doch eigentlich gesperrt sind? Ist deren Durchreise von und nach Ligurien auf dem Schweiz-Transit von und nach Deutschland möglich? Vielen Dank für Einschätzungen, Jürgen Krämer

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