Riviera Zeitung wird RIVIERA ZEIT

Die frühere Riviera Zeitung durchläuft eine Zeit des Wandels und das ist natürlich grundsätzlich zu begrüßen. Im vergangenen Jahr wurde aus der Riviera Zeitung mit der Aufmachung einer Tageszeitung ein Journal mit Übergröße namens Riviera Magazin, das sich als Mischung von Vogue, Gala und noch billiger YelloPress präsentierte.

Aber schon da ging die Tendenz in Richtung edlem Hochglanzmagazin, nur haperte es noch an der konkreten Verwirklichung. Angekündigt hatte Petra Hall die Gründerin und Chefredakteurin der Zeitung dabei, dass der Schwerpunkt künftig mehr auf der Côte d' Azur und Monaco liegen solle und Ligurien, mit der die italienischen Riviera nur noch am Rande erwähnt werden solle. Schon damals erntete diese Ankündigung Kopfschütteln bei allen Deutschen die Fans der italienischen Riviera sind. Schließlich haben sie die Riviera Zeitung erstmal groß gemacht. Aus Ligurien kamen deutlich mehr Abonnenten.  

Ab Januar 2016 präsentiert sich die ehemalige Riviera Zeitung erneut in einem neuen, richtig exklusiven Gewand. Das Journal heißt nun Riviera Zeit - mehr sehen, mehr entdeckten, wir wissen - und lehnt sich vermutlich ganz bewusst etwas an die berühmte Hamburger Wochenzeitung an. Die Schrift des Deckblatts erinnert doch sehr daran wobei die beiden mittleren Buchstaben klein geschrieben werden. Möglicherweise umgeht man so Urheberrechtsstreitigkeiten. Das Deckblatt ist extrem attraktiv. Vorbei das Sammelsurium verschiedener Schriftarten. Das weiß des hier abgebildeten Gründerzeitpalais im Kontrast zu einem atemberaubend blauen Himmel. Die mondäne Côte d' Azur wird hier optimal ins rechte Licht gesetzt. Die ersten drei Doppelseiten des Magazins werden für exklusive Werbung reserviert, unter anderem für Vertu-Smartphones, bekanntermaßen nicht die billigsten Geräte. Zumindest auf den folgenden Seiten ist dann auf der linken Seite etwas Inhalt. Die attraktivere rechte Seite wird mit Uhrenwerbung und Autowerbung besetzt. Erst ab Seite 12 verdünnt sich die Werbung und kehrt dann erst wieder auf den Seiten 29, 31, 35 und 37 wieder. Keine Frage Werbung finanziert eine Zeitung maßgeblich. Ohne sie wäre sie nicht vorstellbar. Beworben werden aber allein hochpreisige Produkte und dahin geht auch die Reise der Riviera Zeit. Sie präsentiert sich als exklusives Journal für eine einseitige Leserschaft entlang der Côte d'Azur und Monaco. 

Bei vielen Artikeln man den Eindruck, dass es eher bezahlte Imageartikel sind, als unabhängige Berichterstattung. Aber diesen Anspruch scheint die Riviera Zeit auch nicht mehr zu haben. Auch wenn ihr Leitspruch - mehr sehen, mehr entdeckten, mehr wissen - ist, richtig abnehmen kann man es ihr nicht.

Die Riviera Zeit wird künftig nur noch sechs Mal im Jahr erscheinen, dafür aber doppelt so dick werden wie bisher. Die Berichterstattung insbesondere der Veranstaltungskalender wird damit deutlich weniger aktuell sein. Aber gerade der Veranstaltungskalender war bisher ein wichtiger Kaufanreiz für Abonnenten. Für Italien ist der Veranstaltungskalender aber ohnehin eher dürr geworden. 

Mit der italienischen Riviera steht Petra Hall ohnehin seit einiger Zeit eher auf Kriegsfuss. Konsequent ignoriert die Chefredakteurin Ligurien und wenn sie berichtet, dann ist wenig positives zu lesen. Ligurien sei ein verschlafener öder Landstich. 

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Natürlich ist Ligurien ganz anders wie die Côte d'Azur. Die Menschen sind verschlossener, introvertierter, sie begnügen sich mit weniger, die Landschaft ist seit dem 12. Jht. terrassiert und kultiviert, alte Orte existieren noch und die Landschaft ist weniger verbaut. Die Ligurer legen kaum Wert auf Darstellung. Oft wirken ihre Häuser nach außen heruntergekommen. Drinnen ist es dann aber genau umgekehrt. In Frankreich sind die Häuser meistens nach außen geschniegelt. Das Innere sollte man dann lieber nicht erwähnen. 

Insgesamt ist die italienische Riviera viel weniger kommerzialisiert als das französische Pendant. Das wird auch der Grund sein, warum die neue Riviera Zeit Ligurien nun auch links liegen lässt. Von Ligurien sind einfach weniger Werbeeinnahmen zu erwarten. 

Es bleibt abzuwarten, ob die neue Strategie von Petra Hall aufgeht. In Italien wird sie jedenfalls viele Leser verlieren. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Helmut Hoffmann (Donnerstag, 28 April 2016 12:35)

    Dr. Albrecht Obermüller hält sich mit Kritik an der neuen Riviera Zeit weitgehend zurück. Sie hätte schroffer ausfallen können. Insbesondere halte ich es für wenig klug, sich aus Ligurien weitgehend zurückzuziehen. Denn hier ist doch die große Leserschaft der Rivierazeitung.

  • #2

    Joachim Lorenz (Samstag, 13 August 2016 13:47)

    Ich kenne sehr viele Deutsche und Scvhweizer, die seit zum Teil mehr als 20 Jahren eine Zweitwohnsitz in Ligurien, v.a. in der Provinz Imperia, haben und sehr enttäuscht sind, dass sich Petra Hall mit ihren Medien aus Ligurien so gut wie verabschiedet hat.

  • #3

    Hans Stern (Sonntag, 18 September 2016 22:02)

    Die neue Riviera ZEIT ist unterirdisch oberflächlich geworden. Schade.

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